Dienstag, 6. Januar 2015

"Ich brauche etwas, was mich an das richtige Leben erinnert, unzensiert und furchtlos." S. 47

Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe

von A. J. Betts

erschienen im Fischer KJB

Gibt es auch als gekürztes Hörbuch beim Argon Verlag

mit den Sprechern Florian Lukas und Inka Löwendorf







 Wenn man wie Zac, fast ein Jahr im Krankenhaus auf der Onkologie verbringen muss, freut man sich über Abwechslung. Wirklich viel gibt es nicht davon, meist nur in Form von neuen Patienten. 
Für Aufruhr sorgt die Neuaufnahme von Mia. Nicht nur, dass sie im gleichen Alter von Zac zu sein scheint - im Gepäck bringt sie jede Menge Wut mit! So wird nach kürzester Zeit Lady Gaga in voller Lautstärke auf Repeat gestellt.
Nicht so cool, wenn die Wände dünn wie Papier sind und man Lady Gaga nicht ausstehen kann.
Zac beschließt nach der zwanzigsten Wiederholung etwas zu unternehmen und ahnt nicht was er damit in Gang setzt...

Die Orginalausgabe ist unter dem Titel "Zac & Mia" erschienen, den ich einen Tick passender finde als "Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe". Es ist ihre Geschichte, während mir der jetzige Titel etwas zu sehr auf Zac zugeschnitten ist, welcher sich stark für Statistiken interessiert.

Nach den ersten Seiten, in denen sich Zac Gedanken darüber macht, welche der zwei Funktionstasten der Toilettenspülung er nehmen soll, hätte ich nicht gedacht, dass mir das Buch so gut gefallen wird! Doch anhand dieser Alltäglichkeit wird Zacs Zustand perfekt beschrieben. Aufgrund der Knochenmarktransplantation liegt er in Quarantäne, kann nicht viel machen. Alles was er hat, ist eine Unmenge an Zeit. Und die füllt er in dem er sich über alles Mögliche Gedanken macht.

Vor allem gefällt mir an dem Buch das mit Zac & Mia zwei unterschiedliche Charaktere gezeigt werden.
Während der immer zu höfliche Zac der optimistische Kämpfer gegen den Krebs ist und sich dabei von seiner Familie, Zahlen und Statistiken stützen lässt ist Mia das krasse Gegenteil. Laut, Aggressiv und sauer lässt sie weder ihre Mutter noch ihre Freund an sich ran.

"Zacs Entscheidungen gründen sich auf Logik und Mathematik, während meine nur aus Gefühlen, Impulsen und ich will, ich will entstehen."
S. 320

"So wenig Held wie ich ist sonst niemand. Ich bin nicht freiwillig in diesen Krieg gezogen. Die Leukämie, diese blöde Sau, hat mich zwangsrekrutiert."
S. 62

Die Geschichte ist drei Abschnitte und somit zwei unterschiedliche Erzählstränge unterteilt. Im ersten Abschnitt "Zac" wird die Geschichte aus seiner Sicht erzählt. Im zweiten Abschnitt "Und" wechseln sich Zac und Mia ab und der dritte Abschnitt "Mia" endet mit ihrer Erzählung.
Ich finde das richtig gut gemacht, denn dadurch kommen wir den beiden Protagonisten, ihren Gefühlen und Gedanken sehr viel näher. Manchmal so nah, dass es schon schmerzt.
Dabei finde ich es faszinierend, mit welcher sprachlichen Leichtigkeit es  A. J. Betts's schafft ein so ernstes Thema zu behandeln. Es steckt so viel Charme und Humor in den Seiten. Gewiss auch eine Traurigkeit, dass bleibt nun mal bei einer Krebsgeschichte nicht aus. Trotzdem wirkt es nicht kitisch, oder überzogen.

Diese Autorin werde ich auf jeden Fall im Auge behalten!

Wer das Buch lieber hören möchte, kann es sich beim Argon Verlag als gekürzte Version kaufen.


Gesprochen wird es von:

Florian Lukas wurde mit Filmen wie Good Bye, Lenin!, Liegen lernen, Kammerflimmern und der Serie Weissensee zum Publikumsliebling. Zuletzt brillierte er in der schrägen Kinokomödie Grand Budapest Hotel. Für sein außergewöhnliches Talent wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

und

Inka Löwendorf arbeitete unter anderem am Schauspielhaus Wien, Staatstheater Mainz sowie am Berliner Ensemble und ist seit 2007 festes Ensemblemitglied der Volksbühne Berlin. Im gleichen Jahr gründete sie den Heimathafen Neukölln, wo sie seither in der künstlerischen Leitung tätig ist – wenn sie nicht gerade in Stücken wie Die Rixdorfer Perlen oder ArabQueen selbst auf der Bühne steht.

Leider kenne ich beide noch nicht als Sprecher, weswegen ich euch hier nur die Empfehlung geben kann, selbst reinzuhören. Oder eben die ungekürzte Ausgabe zu lesen.




Kommentare:

  1. Schön, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat. Ich habe es geliebt. Es hat mich zum Lachen gebracht, und mir einen Kloß in den Hals gesetzt.
    Und trotzdem finde ich nicht, dass es ein Abklatsch von "The fault in our stars" ist. Ok, das Buch habe ich nicht gelesen, sondern nur den Film gesehen. Steht mir das dann zu?
    Ich habe nämlich in einigen englischen Bewertungen gelesen, dass die Leser es als Abklatsch empfanden... Aber egal.

    Ein wunderbares Buch!

    Hab noch einen schönen Tag! <3

    SaCre

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    1. Sabrina, ich weiß genau was du meinst! Auch mir sind stellenweise die Tränen runter gelaufen und der Humor war auch meins!

      Ich habe es überhaupt nicht als Abklatsch empfunden. Die einzige Gemeinsamkeit die ich sehe, ist der Krebs. Ansonsten sind die Protagonisten grundverschieden - so wie ihre Geschichte. Ich finde, man sollte "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" nicht als Maß für alle Krebsbücher nehmen...

      Ebenso wie Du, kann ich dem also nicht zustimmen ;)

      Wünsch dir auch noch einen wunderschönen Abend!

      Liebste Grüße,
      Kasia

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  2. Guten Abend!
    Ich habe schon viel Gutes zu diesem Buch gelesen und ich will, nein, ich muss es unbedingt lesen... Naja, zum Glück ist ein neues Jahr angebrochen mit hoffentlich genug Zeit um die Buchträume zu erfüllen:)

    Liebe Grüße
    Rubin:)

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    1. Liebe Rubin,

      das sehe ich wie Du: Du MUSST das Buch lesen :)

      Liebste Grüße,
      Kasia

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  3. Vielen Dank für die schöne Rezi, Kasia!
    Das Buch steht auch schon länger auf meiner WuLi. Dann kann ich da ja nicht viel falsch machen. ;)

    Liebe Grüße,
    Nane

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    1. Liebe Nane,

      da werde ich ja gleich rot! Ich danke dir sehr herzlich für dein liebes Lob!
      Oh ja, bitte befreie es bald von deiner WuLi! Du wirst es bestimmt nicht bereuen!

      Liebste Grüße,
      Kasia

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  4. Schöne Rezension! Ich habe das Buch auch echt gemocht, allerdings sind bei mir an manchen Stellen dann doch ein bisschen zu wenig Emotionen angekommen.
    Der Schreibstil konnte mich auch begeistern: Die Perspektivenwechsel waren richtig gut umgesetzt.
    Ich werde die Autorin auf jeden Fall auch weiterhin im Auge behalten. :)
    GlG
    Kitty ♥

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    1. Vielen Dank für deinen lieben Kommentar!

      Liebste Grüße,
      Kasia

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