Dienstag, 20. Januar 2015

Darm mit Charme - mein Besuch der Lesung von Giulia Enders

Bevor sich Giulia Enders vollkommen auf ihr Staatsexamen konzentrieren kann, hat die Mannheimerin eine letzte Lesung zu ihrem Buch "gehalten. Und welcher Ort könnte dafür geeigneter sein, als der Lesesaal im Dahlberghaus der Stadtbibliothek?!


Dort stand ich also punkt 18:30 Uhr auf der Matte, eine halbe Stunde vor Beginn und war im Nu umringt von anderen Wissbegierigen jeden Alters. Lange ließ man uns nicht warten, schon 10 Minuten später sicherte sich jeder einen guten Platz, bevor es zurück zum Getränkestand ging.

Ebenso pünktlich fing Giulia Enders mit ihrer Lesung an, nachdem die letzten Plätze gefunden wurden.


Merkte man ihr am Anfang noch ihre Schüchternheit an, verlor sich dieser Eindruck sehr schnell. Denn so wie das Buch geschrieben ist, so trägt Enders auch vor! Locker, informativ und mit jeder Menge Witz und Charme!
Dabei geht Sie sehr engagiert vor, man fühlt förmlich ihre Begeisterung für das Thema und lässt sich gerne davon anstecken.

Doch was veranlasst eine Gruppe Menschen in eine Lesung zu gehen, um etwas über den Darm zu erfahren? Während ich mich draußen etwas umgehört habe, wurde schnell klar: Die meisten waren selbst betroffen und wollten sich informieren. Ja, vielleicht auch etwas mehr Lebensqualität zurück bekommen.
Genauso fing es auch bei Giulia Enders an. Mit 17 war sie plötzlich mit einer Hautkrankheit konfrontiert, die von heute auf morgen kam, aber nicht mehr gehen wollte. Guilia Enders wollte verstehen warum und so lieh sie sich die ersten fachspezifischen Bücher in der Stadtbibiothek Mannheim aus.

Je mehr Sie sich in die Materie reinlas, desto mehr wuchs ihr Interesse. Zu jedem Anlass wußte sie etwas darmbezogenes zu erzählen. Bis Sie dann selbst merkte "Hey, dass muss an einer anderen Stelle raus." Und dank ihrem erfolgreichen Auftritt beim Science Slam, bei dem sie den ersten Platz belegte, wurde man auf sie aufmerksam!

Als größte Unterstützerin des Buches nennt sie ihre Schwester.
So half diese nicht nur beim Korrekturlesen des Buches oder wies ihre Schwester darauf hin, an gewissen Stellen zu sehr in den Fachjargon abzuschweifen, ihr verdanken wir auch die vielen Zeichnungen die das Thema perfekt veranschaulichen.

In Giulias Augen stützt sich das Buch auf drei Säulen, die für die junge Autorin selbst lebensverändernd waren und die Sie uns während der Lesung in kurzer Zeit näher gebracht hat.

Hierbei macht der Schließmuskel den Anfang. Und tatsächlich: Je mehr wir über den inneren Aspekt des Vorgangs wissen, umso symphatischer wird einem der Muskel. Schließlich "geht es dem nur um mich". Sein Motto: Was raus muss, muss raus.


Das Wissen über die Zusammenarbeit der Muskeln, veranlassen den ein oder anderen vielleicht dazu seinen inneren Muskel zu "befördern", um mehr im Einklang mit sich und seinem Körper zu sein.

Die Verbindung vom Darm zum Hirn nennt Enders als zweite Säule. Diesem Thema widmet Sie sich im Buch mit den Kapiteln: "Gehirn und Darm, S. 130", "Wie der Darm das Hirn beeinflusst, S. 133", "Von gereizten Därmen, Stress und Depressionen, S. 138" und "Wo das Ich entsteht, S. 148".

"Wir Menschen wissen eigentlich schon seit Urzeiten, was die Forschung erst langsam entdeckt: Unser Bauchgefühl hat einen großen Anteil daran, wie es uns geht. Wir "haben Schiss" oder "die Hosen voll", wenn wir ängstlich sind. "Kommen nicht zu Potte", wenn wir etwas nicht hinkriegen. Wir "schlucken Enttäuschung herunter", müssen Niederlagen erst einmal "verdauen" und eine gemeine Bemerkung "stößt uns sauer auf". Sind wir verliebt, haben wir "Schmetterlinge im Bauch". Unser "Ich" besteht aus Kopf und Bauch - mittlerweile nicht mehr nur auf sprachlicher Ebene, sondern immer öfter auch im Labor."
S. 133

Tatsächlich wird dieses Thema nun in der Medizin schon ausführlich behandelt. Besonders beeindruckt hat mich, dass anhand von Studien an Mäusen herausgefunden wurde, dass es Bakterien gibt die eine Maus mutiger machen oder sogar depressiv oder diese vor Gewichtszunahme schützen! Daraus rückschließend zeigt es, wie wichtig eine gesunde Darmflora für uns Menschen ist oder was dies bei einer gestörten Darmflora für Konsequenzen haben kann.

Bevor wir also langsam auf Säule Drei "Sauberkeit im Alltag" zusteuern, lernen die Leser des Buches bis zu dieser Säule zu verstehen, was in einem selbst vorgeht, quasi wie man funktioniert und wie auch das Zwischenspiel und die starke Verbindung der ganzen Organe untereinander abläuft.

In der anschließenden Fragerunde nahm sich die symphatische Studentin genügend Zeit, um auf eine Vielfalt von Fragen ausführlich zu antworten, bevor sie die mitgebrachten Bücher signierte. Viele der Anwesenden wollten medizinischen Rat, weswegen Giulia betonte, keine ausgebildete Ärztin zu sein und sich ihr Wissen anhand der Recherchen stützt. Besonders interessant fand ich die Frage des Leiters der Stadtbiblitohek, Dr. Schmid-Ruhe, der wissen wollte, ob Giulias Berühmtheit Auswirkungen auf sie oder ihr Leben hat.
Lustigerweise wird sie oft nicht erkannt. Bei einem durchgeführten Praktikum lernte sie einen Patienten kennen, der das Buch gelesen hatte und verschiedene Ansätze daraus versuchen wollte. Während des Gespräches schlug er ihr vor, das Buch auf jeden Fall zu lesen, da könnte man jede Menge daraus lernen!

Und so sieht auch meine Empfehlung an euch aus: Lest dieses Buch und lernt dieses unterschätze Organ so lieben wie Giulia Enders es tut! Eine Rezension zum Buch und Hörbuch folgt von mir die Tage.

Für mich war es eine gelungene Lesung, bei der nicht nur die Lachmuskeln etwas zu tun hatten sondern auch das Hirn mit Wissenswertem gefüttert wurde!

Herzlichen Dank an Giulia Enders (der ich viel Erfolg für ihr Staatsexamen wünsche!) und die Stadtbibliothek Mannheim, die diesen Abend möglich gemacht haben!

Kommentare:

  1. Hiho ;) Kennen sie mich noch Frau Wegweiserin ^_^

    Man merkt richtig wie es dir gefallen hat. Das freut mich. Ich persönlich bin ja nicht so der Lesung-Fan, aber auf den Büchermessen immer wieder schön *.*

    Bist du dieses Jahr eigentlich auch auf der LBM anzutreffen?

    LG Sassi aus der Tardis <3

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    1. Natürlich weiß ich noch wer du bist liebe Sassi :)

      Ach toll, wenn man meine Begeisterung heraushört! Beim Schreiben des Arikels konnte ich noch mal alles Revue passieren lassen, dass war ganz toll!

      Leipzig ist zu weit entfernt, dafür freue ich mich In Frankfurt wieder dabei zu sein :)

      Liebste Grüße,
      Kasia

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  2. Huhu,
    Ich muss ja gestehen, ich war noch nie auf einer Lesung, ich hab Angst, dass es langweilig sein könnte xD
    Aber deinen Bericht mochte ich sehr! Hab ihn mal in meiner "Freitagslounge" verlinkt :)

    http://elasleselounge.blogspot.de/2015/01/freitagslounge-3-jeder-braucht-ein-paar.html

    Liebe Grüße, Ela

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    1. Liebe Ela,

      herzlichen Dank fürs verlinken <3

      Das war jetzt meine vierte Lesung. War schon zweimal bei Sebastian Fitzek ("Abgeschnitten" und "Noah") und sogar bei einer Lesung von Antonia Michaelis (zu "Friedhofskind"). Zur Lesung von Antonia bin ich sogar extra nach Köln gefahren!
      Jede Lesung war ein richtig tolles Erlebnis! Also trau dich ruhig!

      Liebste Grüße,
      Kasia

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