Sonntag, 23. November 2014

Le Cookie - amerikanische Desserts französisch angehaucht

Le Cookie - Rezepte für American Sweets a la francaise

von Mickael Benichou

erschienen im Thorbecke Verlag







Quadratisch - praktisch - gut… Das war der erste Satz der mir werbungsgeprägtem Kind, das noch dazu mit einem Werbekaufmann zusammen ist, gleich durch den Kopf geisterte. Doch trifft dieser erste Gedanke wirklich auf das Buch zu?

Zugegeben, es ist wirklich sehr schön anzusehen. Es besticht durch meist dunkle und sättigende Farben und widmet sich eins der schönsten Dinge: Der  süßen Verführung! 
Auch das Vorwort lockt mit folgender Versprechung:
"Als Hersteller luxuriöser Cookies ist es ihr Ziel, traditionellen amerikanischen Feinschmeckerrezepten einen raffinierten französischen Touch zu verleihen."
S. 7
Und tatsächlich: mehr als schmackhaft sehen die 55 Rezepte wirklich aus! Liebevoll wird jedem Rezept eine Doppelseite gewidmet und beim Anblick der Fotos läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen.

Ich konnte gar nicht abwarten, eins der Rezepte auszuprobieren und so machte ich mich schnell ans erste Rezept. Nicht an irgendeins - es sollte schon "Le Cookie" sein - den Namensgeber für das Buch, das erste Rezept im Buch und dasjenige, dass als"traditionellste Cookie-Rezept" angepriesen wird. 
"Es erschien uns unmöglich, eine Cookie-Marke ins Leben zu rufen und nicht mit einem Klassiker zu beginnen, deshalb ist hier Le Cookie - schlicht und einfach!"
S. 8

Das Nachbacken war einfach, die Schritt für Schritt Einleitung simpel zu befolgen. Und das Resultat? Leider nicht überzeugend! Gerade was Kekse angeht, habe ich schon viel ausprobiert und es ist schwer, sein Lieblingsrezept noch zu toppen. Meinem Freund haben sie zum Beispiel geschmeckt, während ich die Kekse zu trocken und geschmacklos fad fand.
Gut, es wurde auch angegeben, dass es sich zwar um ein traditionelles, dennoch schlichtes Rezept handelt.

Dann auf ein neues, diesmal mit "Tres Yummy Cookies" von Seite 15.
"Dieser Cookie ist unsere limitierte Sonderauflage speziell für die Weihnachtszeit - und für echte Feinschmecker! Er ist eine wahre Fundgrube für dekadente Aromen wie Kakaostückchen und kandierte Maronen."

Hört sich das nicht vielversprechend an?
Entsprechend hoch waren die Erwartungen.

Nachdem ich in unserem Bioladen endlich für teuer Geld Kastanienmehl gekauft habe und die noch teureren kandierten Maronen (!!) die das Rezept verlangt machte ich mich in vorweihnachtlicher Stimmung daran das Rezept auszuprobieren.

Doch wer hoch steigt, der fällt auch tief.
Hier war das Geschmackserlebnis zwar schon besser als bei den "Le Cookies", doch überzeugend ist es für mich nicht gewesen. Ehrlich gesagt, habe ich mich auch richtig geärgert, dass bei solch teuren Zutaten so ein nichts sagendes Endergebnis rausgekommen ist! Da wirken die beschreibenden Worte zu Anfang des Rezeptes sehr überzogen. Schade!

Ansonsten sind in dem Buch die typisch amerikanischen Desserts wie Brownies, Cupcakes, Whoopie Pies vertreten. Aber auch an den französischen Macarons darf man sich versuchen.

Ganz ungewöhnliche Rezeptzutaten wie zum Beispiel Pistazienpaste werden manchmal im Buch erklärt, bei manchen Rezepten wie zum Beispiel den "Dulce-De-Leche-Cupcakes" die Dulce de Leche wiederum nicht. Doch die Anzahl ungewöhnlicher Zutaten ist wirklich übersichtlich - meist kommen die Rezepte mit Zutaten aus, die schon jeder im Haus hat. Zudem ist mir beim durchblättert des Buches gelegentlich die ein oder andere holprige Formulierung aufgefallen.

Ich weiß nicht, ob es bei mir an zu hohen Erwartungen gescheitert ist. Noch dazu sind Geschmäcker verschieden. Daher präsentiere ich euch das Rezept von "Le Cookies". So könnt ihr selbst ausprobieren ob es euch zusagt - wie immer freue ich mich sehr über eure Meinung dazu im Kommentarfeld! Ich werde mich bald an einem anderen Rezept erneut versuchen - denn dafür sehen sie einfach zu schmackhaft aus! 

Le Cookie

100 g zimmerwarme Butter in Stückchen
80 g extrafeiner Zucker
35 g Roh-Rohr- bzw. feiner brauner Zucker
1 TL Vanilleextrakt
1 TL Sahne
1 Ei
160 g Mehl
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
135 g dunkle/zartbittere Schokoladenstücken
55 g gehackte Walnüsse

Die Butter in einer Schüssel mit einem Holzlöffel sehr weich schlagen. Beide Zuckersorten unterschlagen, bis eine gebundene und cremige Masse entstanden ist. Vanilleextrakt, Sahne und Ei ebenfalls unterschlagen. Nach und nach Mehl, Backpulver und Salz in die Schüssel sieben und untermischen. Zuletzt die Schokoladenstückchen und Walnüsse unterheben.

Zugedeckt für 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Den Backofen auf 170 C vorheizen.

Die Schüssel aus dem Kühlschrank nehmen und den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einer ca. 30 cm langen Rolle formen. Die Teigrolle in ca. 25 gleich dicke Scheiben schneiden und diese auf die vorbereiteten Backbleche legen.

Im vorgeheizten Backofen in ca. 15-20 Minuten goldbraun backen. Die Cookies 5 Minuten lang auf den Blechen und anschließend auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


Kommentare:

  1. Na dann hab ich ja am Wochenende was zu tun^^ - Wir backen schon seit Jahren selber, auch Brownies etc, aber auch wenn ich die Kekse evtl mal ausprobieren werde, weiß ich noch nicht, ob die irgendwas von den "hundertfünfzig-generationen-rezepten" getoppt kriegen ;)

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    1. Oh, traditionelle Familienrezepte sind etwas ganz besonderes!!

      Meinem Freund haben die Kekse richtig gut geschmeckt, aber ich bin immer etwas kritischer...

      Liebste Grüße,
      Kasia

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  2. Also, mich hätte sofort das Cover angesprochen. Bei dem Bild will ich am Liebsten gleich losbacken. Am Wochenende backe ich aber erstmal Vanillekipferl und Zimtsterne, dann kommen noch Spekulatius und Lebkuchen vom Blech dazu und dann? Mal schaun, welches neue Rezept noch dazu kommt! LG Aletheia

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    1. Oh ja, bei mir geht es auch an diesem Wochenende los :)

      Liebste Grüße,
      Kasia

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