Mittwoch, 3. September 2014

Drei Fragen an Zoran Drvenkar zu seinem neusten Thriller "Still"

Unter Thrillerbegeisterten Lesern ist gerade ein Buch stark im Gespräch. Es wird bei seinen Lesern als DAS Lesehighlight 2014 gelobt. Dem kann ich nur zustimmen!



Dem neu gegründeten Verlag Eder & Bach ist damit ein hervorragender Start gelungen!
Eder & Bach, geführt von Klaus Fuereder und Felix Grisebach, planen jährlich eine Veröffentlichung von zwei bis vier Romanen von etablierten Belletristik-Autoren. Dies garantiert einen intensiven Kontakt mit dem Autor, der in alle Entscheidungen rund um sein Buch eingebunden und über das Honorar hinaus, direkt mit 50 Prozent am Gewinn seines Buches beteiligt wird.

Nach diesem vielversprechenden Auftakttitel bin ich sehr gespannt was für Bücher im Eder & Bach Verlag folgen werden!

Das Literatur- und Pressebüro Politycki & Partner stellte Zoran Drvenkar drei Fragen zu seinem aktuellen Buch "Still".

Die Leser Ihrer Bücher sind ja einiges gewohnt - in Ihrem neuen Thriller geht es nun um Kinder, die spurlos verschwinden und nie wieder auftauchen. Wie kam es dazu?

Ich habe ein Buch geschrieben, in dem Kindern schreckliche Dinge angetan werden, nicht weil ich es originell finde, und auch nicht, weil ich den Leser schocken will, sondern weil ich uns Menschen eine Menge zutraue und nicht davor zurückschrecke, mich mit unbequemen Themen auseinanderzusetzen. Ich arbeite sehr instinktiv und scheue nicht davor, dem Instinkt für eine Weile meine Tastatur zu überlassen. Dabei haben meine Charaktere freien Einzug in das Schreiben. Ich begleite sie, beobachte sie und versuche, sie durch die Geschichte zu verstehen. Daraus entsteht für mich das wahre Schreiben - du lauschst, was geschieht, du versuchst, das Schlimmste zu vermeiden, aber letztendlich musst du der Handlung treu bleiben, dem Rhythmus folgen und den Schmerz ertragen, sonst bist du kein Schriftsteller, sondern nur jemand, der für Geld Bücher macht.

In einem Interview haben Sie mal gesagt, es sei ein Zwang von Ihnen, Ihre Charaktere in Grenzsituationen zu bringen, sie "auf den Rand zuzutreiben, um sie reagieren zu sehen". Haben Sie nicht manchmal Mitleid mit Ihren Charakteren?

Natürlich weiß ich, dass es sich nur um fiktive Charaktere handelt, natürlich ist das alles der Phantasie entsprungen, aber die Grenze zwischen Realität und Fiktion löst sich sehr schnell auf, wenn dich die Geschichte packt und du Tag und Nacht mit den Charakteren verbringst. Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, was meinen Charakteren passiert, und ich hoffe sehr, sie verzeihen mir, was ihnen in den Geschichten widerfährt. Denn das ist immer das Schwierigste am Schreiben. Deine Charaktere gehen zu lassen, sie in das Unvermeidliche laufen zu sehen, ohne es ungeschehen zu machen. Denn auch das ist Schreiben: ehrlich sein.

Hatten Sie Albträume beim Schreiben?

Die Albträume finden direkt am Schreibtisch statt. Während des Schreibens bin ich verloren, viel zu nahe dran. Kaum stehe ich auf, folgen mir die Geschichten, fläzen sich auf dem Sofa, nippen von meinem Tee und lachen, wenn ich so tue, als wären sie nicht da. Selbst wenn ich schlafen gehe, hocken sie auf dem Bettrand, zupfen an der Decke und flüstern mir zu, was als nächstes geschehen wird. Die dunklen Romane haben ihren ganz eigenen Tribut. Sie machen die Haare grau, und zwischendurch bricht man bei einer albernen Fernsehserie in Tränen aus, weil eine kleine Geste der Menschlichkeit einen unvermittelt berührt. Es ist durchweg kein Spaß, es ist aber das Einzige, wofür ich mit Leib und Seele lebe.

Kommentare:

  1. Wow, wenn man die Antworten von Zoran Drvenkar so liest, dann weiß man auch, wie so ein großartiges Buch zustande kommen kann! Ich habe ihn ja kurz bei der Buchpremiere am letzten Samstag in Berlin kennenlernen dürfen und ihn als so sympathisch und offenherzig und freundlich und interessiert erlebt, das passt zu den Antworten hier und ich muss sagen, dass Autor wie Buch echt beeindruckend sind! :)

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    1. Ich wohn eindeutig in der falschen Stadt XD

      Was du schreibst, gleicht sich mich meinen Eindrücken über den Autor, auch wenn ich Zoran Drvenkar noch nie live erlebt und gesehen habe.

      Vielleicht kommt der Gute mal nach Mannheim - wir haben hier die Alte Feuerwache wo schon so manche/r Schriftsteller/in das Publikum begeistern konnte :)

      Liebste Grüße,
      Kasia

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