Freitag, 27. Juni 2014

Little Bee - ein Buch, dass man so schnell nicht wieder vergisst!

Little Bee

Chris Cleave

erschienen im dtv Verlag










WE DON'T WANT TO TELL YOU TOO MUCH ABOUT THIS BOOK. 

It is a truly special story and we don't want to spoil it.
Nevertheless, you need to know something, so we will just say this:
It is extremely funny, but the African beach scene is horrific.
The story starts there, but the book doesn't.
And it's what happens afterward that is most important.
Once you have read it, you'll want to tell everyone about it. When you do, please don't tell them what happens either.
The magic is in how it unfolds.

Diese Worte stehen auf dem Klappentext meiner englischen Ausgabe "The other hand". Auch die deutsche Ausgabe hält sich bedeckt, was den Inhalt angeht. Und auch wenn ich sonst immer auf den KlappKlapp


Klappentext verzichte, denke ich diesmal, dass es vollkommen ausreicht meine Rezension auf diesem zu beruhen und ein paar Zitate aus dem Buch einzubinden.

Aber eins könnt ihr mir glauben: Die Geschichte ist so emotional, dass mir bereits nach den ersten Seiten Tränen übers Geschicht gelaufen sind. So eindringlich, dass ich eine Gänsehaut bekommen habe! Dabei ist die Geschichte so gefühlsbetont geschrieben, dass man kaum glauben kann, wie hart die Worte in Wirklichkeit sind.

An den braunen Beinen des Mädchens waren viele kleine weiße Narben zu sehen. Ich überlegte, ob diese Narben wohl ihren ganzen Körper bedeckten, so wie die Sterne und Monde ihr Kleid. Das stellte ich mir hübsch vor, und ich bitte euch hier und jetzt um eure Zustimmung, dass eine Narbe niemals hässlich ist. Das wollen uns nur die Narbenmacher einreden. Aber ihr und ich, wir müssen uns zusammentun und ihnen trotzen. Wir müssen alle Narben als schön ansehen. Okay? Das ist unser Geheimnis. Denn glaubt mir, wer stirbt, bekommt keine Narben. Eine Narbe bedeutet: "Ich habe überlebt."
S. 17

Ich schaltete das Handy auf lautlos - und mich selbst ebenfalls. Die Lautlosigkeit hielt die ganze Woche an. Sie polterte im Taxi auf der Fahrt nach Hause. Sie heulte, als ich Charlie aus dem Kindergarten abholte. Sie knisterte in der Leitung, als ich mit meinen Eltern telefonierte. Sie dröhnte mir in den Ohren, als sich der Bestatter über die jeweiligen Vorteile von Eiche und Kiefer ausließ. Sie räusperte sich entschuldigend, als der für Nachrufe zuständige Redakteur der Times anrief, um einige letzte Details zu klären. Und nun war mir die Lautlosigkeit in die kalte, widerhallende Kirche gefolgt.
S. 54

Doch den Film im eigenen Gedächtnis kann man nicht so einfach hinter sich lassen. Wohin man auch geht, er wird überall gespielt. Wenn ich sage, ich bin ein Flüchtling, heißt das auch, dass es keine Zuflucht gibt.
S. 62

"Ich kann nicht darüber sprechen. Es ist in einem anderen Leben passiert."
"Vielleicht zu lange feines Englisch gelernt, Käferlein, redest verrückt. Hast nur ein Leben, Süße. Egal, ob du Teil davon nicht magst, gehört immer noch zu dir."
S. 88

Ich wollte ihr nicht erzählen, was passiert war, doch nun musste ich es. Ich konnte nicht aufhören zu reden, denn nun, da ich meine Geschichte begonnen hatte, wollte sie zu Ende erzählt werden. Wir können nicht entscheiden, wo wir anfangen und aufhören. Unsere Geschichten erzählen uns.
S. 160

Wenn ihr an meinen Kontinent denkt, denkt ihr vielleicht an das Leben in der Wildnis - an Löwen und Hyänen und Affen. Wenn ich daran denke, denke ich an all die kaputten Maschinen, an die verschlissenen, zerstörten, zerschmetterten und geborstenen Dinge. Ja, bei uns gibt es Löwen. Sie schlafen auf den Dächern rostiger Container. Es gibt auch Hyänen. Sie zerbrechen die Schädel von Männern, die zu langsam waren, um vor ihren eigenen Truppen davonzulaufen. Und die Affen? Die Affen spielen draußen am Rand des Dorfes auf einem Berg alter Computer, die ihr geschickt habt, um unsere Schule zu unterstützen - die Schule, die keine Elektrizität hat.
Aus meinem Land habt ihr die Zukunft mitgenommen, und in mein Land habt ihr Gegenstände aus eurer Vergangenheit geschickt. Wir haben nicht den Samen, nur die Kapsel. Wir haben nicht den Geist, nur den Schädel.
S. 219

In der einzigen Bibel unseres Dorfes fehlten alle Seiten nach dem 46. Vers des 27. Kapitels des Matthäus-Evangeliums, so dass die Religion für uns mit den Worten endete: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?
So lebten wir, glücklich und ohne Hoffnung. Ich war damals noch sehr klein und vermisste die Zukunft nicht, weil ich nicht wusste, dass mir eine zustand.
S. 220




1 Kommentar:

  1. Ich fand das Buch sehr eindrucksvoll, aber auch sehr schwer zu lesen...

    Liebe Grüße
    Rubin:)

    AntwortenLöschen

Was denkst du darüber? Schreibs mir! Ich freu mich drauf und antworte direkt unter deinem Post!

!!Weil es mir in letzter Zeit immer negativer auffällt: Bitte verzichte bei deinen Kommentaren auf Werbung für deinen Blog oder Kommentare ala "Ich folge dir jetzt, magst du mir nicht auch folgen?" Diese werden kommentarlos gelöscht!!