Mittwoch, 28. Mai 2014

Einmachen - Gemüse natürlich einlegen - was kann besser schmecken als selbstgemachtes?

Einmachen 

von Karin Bojs

erschienen im h.f.ullmann Verlag











Von der Oma eingelegte Gurken, Rotkraut, Bohnen oder Erdbeeren - ich habe es geliebt! Und irgendwie verknüpfe ich "eingelegtes" immer mit der älteren Generation, gibt es doch keinen in meinem Umfeld, der sein Gemüse selbst einmacht. Alles gibt es ganz leicht zu kaufen, man muss nur in den Supermarkt gehen. Letztens bin ich sogar über geschälte Kartoffeln gestolpert - gräuselig!
Doch was ist mit den ganzen Lebensmittelzusatzstoffen (E-Nummern), künstlichen Aromen über die sogar in der Werbung geschimpft wird (und die sich doch oft genug im Essen befinden), Zucker und noch so manchem was man nicht im Essen haben möchte? Was ist aus unserem Gesundheitsbewußtsein geworden? Ich möchte zurück zum Ursprung - wissen, wie etwas gemacht wurde und aus was. Um die ersten Schritte in diese Richtung zu erleichtern ist dieses Buch eine gute Einstiegshilfe.

Symphatisch stellt sich Karin Bojs in der Einleitung zum Buch vor. Nach dem Abschluß ihrer Ausbildung ging Sie zur schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter und arbeitet dort bereits seit über 15 Jahren als wissenschaftliche Redakteurin.

Ich verfolge die internationale Forschung und verfasse Artikel über den Klimawandel oder die neusten Entwicklungen in der DNA-Forschung. Der Zusammenhang zwischen topaktueller Forschung und Sauerkraut ist dabei gar nicht so weit hergeholt, wie man vielleicht denken mag.
Die Beschäftigung mit Umwelt- und Gesundheitsfragen hat mir die Augen geöffnet für die Missstände, zu denen unser moderner Lebensstil führt. Natürlich können viele dieser Probleme im großen Maßstab nur auf politischem, wirtschaftlichen und technischem Weg gelöst werden. Doch auch der Einzelne kann durchaus etwas bewegen. Ich habe mein eigenes Leben inzwischen wesentlich klimafreundlicher und gesundheitsfördernder gestaltet - zum Beispiel, indem ich Gemüse selbst anpflanze und haltbar mache.
S. 10

Bevor es los gehen kann, brauchen wir natürlich erst mal das Grundwissen. Im Kapitel 1. Die Vorbereitung erfahren wir auf was es bei der Milchsäuregärung ankommt.

Wie soll die Konsistenz des Eingelegten sein? Eignet sich jedes Gemüse bzw. Obst? Das erfahren wir in Die Nahrung.
Salz und Wasser spielen bei der Milchsäuregärung eine große Rolle. Was es dabei zu beachten gibt und wertvolle Tipps bekommen wir mit auf dem Weg.
Da Wärme eine entsprechende Rolle spielt, wird eine Richttemperatur in den Rezepten angegeben.
Damit das Eingelegte auch gelingt, erfahren wir im Unterkapitel Gifte auf was geachtet werden muss.
Doch wie kommen die Bakterien in das Weckglas? Im entsprechenden Kapitel können wir uns das Hintergrundwissen aneignen.
Was mir besonders gut daran gefällt ist, dass man keine neuen Gerätschaften dazu kaufen muss.
Einen Satz Messbecher oder, besser noch, eine Waage; ein Topf zum Aufkochen der Salzlake, ein Thermometer, Plastikbeutel, Schneidebrett und Messer sowie Weckgläser mit Gummiringen.
S. 24
Natürlich kann man sich für sein neues Hobbie auch einen traditionellen Krauthobel kaufen. Diesen bekommt man sogar recht günstig.
Von einem speziellen Keramikgärtopf wird dagegen abgeraten, da diese meistens groß und schwer sind und daher nicht in den Kühlschrank passen. Zudem kommt jedes Mal, wenn eine Portion entnommen wird, Luft in das Gefäß, was den Verfall beschleunigt. Normale Weckgläser erfüllen ihren Zweck.

Das tolle am einmachen ist, man kann es das ganze Jahr praktizieren, denn Jedes Gemüse hat seine Saison (Kapitel 2).
In den einzelnen Jahresabschnitten wird zusammengefasst, welches Gemüse angebaut werden und welche man wann einwecken kann.
Das ganze gibt es als schöne Übersicht im Unterkapitel Das Gartenjahr.

3. Grundrezepte ist das Kapitel, worauf man sich am meisten nach der Vorbereitung freut.

Die Rezepte enthalten eine Empfehlung über die Konsistenz der eingelegten Ware, mögliche Variationen und eine Angabe über die Haltbarkeit.
Dabei wird jedem Rezept eine eigene Seite gewidmet, das stets von einer ansprechenden Fotografie des Weckgutes begleitet wird.
Ob ganz klassisch Gurken, Zwiebeln, Sauerkraut, Möhren - jeder kommt garantiert auf seine Kosten. Sogar ein Rezept für Kimchi gibt es!

Und für alle, die erfolgreich eingelegt haben gibt es im vierten Kapitel Rezepte noch einige Vorschläge wie das Eingeweckte verwendet oder weiter zubereitet werden kann.

5. Die Welt der Milchsäuregärung nimmt uns mit nach Afrika, Asien und Europa und zeigt uns, wie die Milchsäuregärung dort ihre Wurzeln hat.

Wem die anfänglichen Infos in 1. Die Vorbereitung noch nicht gereicht haben kommt im Kapitel 6, Chemische und biologische Grundlagen voll auf seine Kosten. Hier wird das Verfahren tiefgründiger erklärt, damit der Prozess sowie die einzelnen Phasen klar nachvollziehbar sind.

Für den ersten Einstieg rund um die Milchsäuregärung finde ich das Buch ideal. Es hält einige Rezepte bereit, wir erhalten genug Hintergrundwissen und sogar Inspiration, wie man das Eingeweckte "danach" nutzen kann. Zudem macht das Buch einen hochwertigen Eindruck und das für einen soliden und fairen Preis.



Ich freue mich euch dieses Buch am dritten Tag der Aktion "Jeden Tag ein Buch" von Arthurs Tochter kocht vorstellen zu können.
Vom 26.05. - 01.06.2014 kann man jeden Tag ein Buch, zwei oder sogar noch mehr, diesmal rund um das Thema "Genuss"  vorstellen. Mitmachen ist eindeutig erwünscht :)



Kommentare:

  1. Das klingt echt total interessant!! Kommt definitiv auf meine Wunschliste!!! Super Tipp, Kasia!!

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