Dienstag, 15. April 2014

Gemeinsam Lesen #56 : Walden - Ein Leben mit der Natur

Ein neuer Dienstag eine neue Asaviels Aktion: Gemeinsam lesen. 

1. Welches Buch liest du gerade und auf welcher Seite bist du?



Aktuell bin ich auf Seite 33.

2. Wie lautet der erste Satz auf deiner aktuellen Seite?
Zu guter Letzt erreichen die Menschen doch nur, was sie erstreben. Drum sollten sie, auch wenn es anfangs mißlingt, lieber gleich nach etwas Hohem streben.

3. Was willst du unbedingt aktuell zu deinem Buch loswerden? (Gedanken dazu, Gefühle, ein Zitat, was immer du willst!)
Obwohl ich noch ziemlich am Anfang des Buches bin, ahne ich jetzt schon, dass es ein Favorit im Bücherregal sein wird!
Mit dem Lesen komme ich kaum voran, da Thoreaus Gedanken eine so intensive Wirkung haben, dass ich bei vielen Sätzen abschweife, um mir meine eigenen Gedanken über das gelesene machen zu können.
Manche Buchliebhaber müssen jetzt bei diesem Satz aufhören zu lesen. Ich komme aus dem MAKIEREN der Seiten nicht mehr raus... etliche Seiten wurden schon gemarkert, viele weitere werden folgen. Deshalb hier an dieser Stelle ein paar Zitate:

"Sie können nicht von Pflanzenkost allein leben", erklärte mir ein Farmer, "denn sie trägt nichts zur Knochenbildung bei". Darum verwendete er mit heiligem Ernst den halben Tag darauf, sich den Rohstoff zum Aufbau seiner Knochen zuzuführen; dabei trottet er hinter seinen Ochsen her, die ihn mit ihren Pflanzenkost-Knochen samt seinem schwerfälligen Pflug über alle Hindernisse hinwegziehen. Es gibt Dinge, die von gewissen Kreisen, den hilflosesten und angekränkelten, tatsächlich als Lebensnotwendigkeit betrachtet werden, während sie anderen bloß als Luxus erscheinen und wieder anderen überhaupt unbekannt sind.
S. 14

Manche meinen, das ganze Leben mit all seinen Höhen und Tiefen sei von ihren Vorgängern erprobt und für alles sei vorgesorgt worden... Überdruß und Langeweile, die uns glauben lassen, alle Abwechslung und Freude sei aus dem Leben gewichen, sind bestimmt so alt wie Adam. Aber des Menschen Möglichkeiten sind noch nicht ermessen, noch können wir sie nach seinen bisherigen Leistungen beurteilen - so wenig wurde erst versucht. Was immer deine Irrtümer bisher gewesen sind, "sei nicht betrübt, mein Kind, denn wer vermag dir anzulasten, was du ungetan gelassen?"
S. 15

Der Autor, Henry David Thoreau, geboren am 12. Juli 1817 in Concord/Massachusetts, wurde nach dem Studium Volksschullehrer, gab seine Stellung aber aus Protest gegen die Prügelstrafe auf und gründete eine Privatschule. 1845 begann er sein zweijähriges Selbstexperiment am Waldensee. Danach kämpfte er für die praktische Umsetzung seiner ethischen Überzeugungen, etwa indem er sich vehement für das Recht auf zivilen Ungehorsam und für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte. Am 6. Mai 1862 starb er an Lungentuberkulose.
Quelle: Walden - Ein Leben mit der Natur aus dem dtv

4. Mit welchem Charakter in deinem aktuellen Buch würdest du gerne die Rolle tauschen und warum?

Thoreaus Buch ist ein Zusammenfassung und Ausformung seiner Tagebucheinträge, als er 1845 mit achtundzwanzig Jahren an den Walden-See, einen der einsamsten Wälder Massachusetts zieht, um dort sein Selbstexperiment zu wagen. Ausschlaggebend war dafür das hektisch-geschäftige Leben des beginnenden Industriezeitalters Amerikas, was Thoreaus als oberflächlich, trivial und unbefriedigend empfand.

Daher könnte ich bei dieser Lektüre nur mit einer Person tauschen ;)
Mit diesem Experiment macht Thoreau nichts anderes, als zu den ursprünglichen Werten und "Standards" zurückzukehren. Er distanziert sich bewußt, um seine Gedanken und Gefühle zu ordnen.

Ich glaube, dass würde uns auch nicht schaden. Wir sind in der heutigen Zeit so verwöhnt und sehen den gegebenen Luxus als Normalität an. Fließendes, sauberes Wasser... Heizungen werden bei Bedarf hochgestellt... und um was zu essen, muss man nur mal schnell in den Kühlschrank schauen...
Wo früher auf den Zusammenhalt der Familie gebaut wurde, die Familie sogar zusammen in einem Haus gewohnt hat, sieht man heute verstärkt die soziale Vereinsammung der Menschen. Wo sind die Traditionen? Wo der Respekt oder die Anerkennung? Wo die Hilfsbereitschaft? Und wo die Akzeptanz?
Wir haben nur dieses eine Leben, in dem wir Fehler machen können und hoffentlich aus diesen lernen. Jeder muss für sich selbst entscheiden, was ihm dabei wichtig ist, was es für ihn/sie lebenswert macht.
Habe keine Angst vor einem kurzen Leben, habe Angst vor einem ungelebten Leben. Natalie Babbitt - Die Unsterblichen



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Kommentare:

  1. Das Buch befindet sich noch in meinem SuB und ich denke auch, dass es mir gefallen wird.
    Noch viel Spaß beim Lesen!
    Liebe Grüße :)
    Nora

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  2. Oh, das könnte mir gefallen, das ist sofort auf meiner Wunschliste gelandet.
    Ich wünsch dir noch ganz viele entspannende und nachdenkliche Stunden beim Lesen :)

    Liebste Grüße, Aleshanee
    Weltenwanderer

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  3. Klingt auch sehr nach einem Buch für mich :)
    LG S

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