Mittwoch, 29. Januar 2014

Ein Tag, zwei Leben - eine neue Idee, die schlechter nicht hätte umgesetzt werden können...

Ein Tag, zwei Leben

von Jessica Shirvington

erschienen im cbt Verlag













"Ich bin eine Lügnerin. Das ist bei mir nicht zwanghaft. Sondern notwendig. Ich bin zwei Personen. Keine davon ist besser als die andere, keine Superkräfte, kein geheimnisvolles Schicksal, kein Zwei-Orte-zur-gleichen-Zeit-Mechanismus - aber zwei Personen. Grundverschieden, auch wenn ich eigentlich immer gleich aussehe. Meine körperlichen Merkmale, mein Gedächtnis und mein Name folgen mir. Alles andere - einfach alles - ist seit achtzehn Jahren verschieden."
S. 9

Sabine führt zwei Leben. Dazu täuscht Sie keine falsche Identität vor - nein, Sie wechselt immer um Mitternacht für den nächsten Tag in ihr anderes Leben.

In einem Leben hat Sie eine kleine Schwester (die Sie abgöttisch liebt und die ebenso zurück geliebt wird) und Eltern, die hart für den Lebensunterhalt aufkommen. Sie selbst ist ist eine Mischung aus Punk- und Grungemädchen, mit einer Vorliebe zu dunklem Make Up.
Ihr anderes Leben könnte nicht gegensätzlicher sein. Reich und gut etabliert mit zwei Brüder, denen Sie allerdings nicht sehr nahe steht und geschiedenen Eltern zeigt Sie sich als verwöhnte Zicke.

Sabine muss beiden gerecht werden und ihre "Rolle" spielen, wobei Sie gewisse Regeln einhalten muss. Den zum Beispiel Änderungen im Äußeren, werden auch ins andere Leben mitgenommen. So war es jedenfalls bislang. Eines Tages bricht sich Sabine das Handgelenk und während Sie sich schon zermürbende Gedanken macht, wie Sie das im anderen Leben erklären kann, stellt Sie fest, dass Sie keine Ausrede braucht. Der Bruch ist nicht mitgewandert. Taumelig vor Glück, möchte Sie auf Nummer sicher gehen. Sie ritzt sich als eine Art Experiment und klaut aus dem Laden ihrer Eltern ein Medikament, dass den Herzstillstand verursachen kann. Doch dieser Diebstahl bleibt nicht unentdeckt - ebenso wie die Selbstverletzung... und das hat für Sabine schlimme Konsequenzen!

Mein Einstieg in dieses Buch gestaltete sich recht holprig. Die zwei Leben von Sabine werden etwas umständlich beschrieben und man steigt erst nach und nach dahinter, wie das Ganze funktioniert. Zudem führten einige Sätze zu Verwirrung, klärten sich allerdings beim Lesen. Nach diesen Stolpersteinen hat die Geschichte an Fahrt zugenommen - bis die Autorin, Jessica Shirvington, mit Karacho auf die Bremse getreten hat.

„Ich weiß nicht mehr, wie oft ich mich übergeben musste, nur dass es ein neuer Rekord war”
S. 113

Tja liebe Sabine - leider zu oft. So oft, dass es mir schon richtig krankhaft erschienen ist. Doch das ist nur eine der negativen Eigenschaften die mir aufgefallen sind. Sabines Art in Selbstmitleid zu baden zudem Stur und weinerlich, haben nicht dazu beigetragen, die Protagonistin ins Herz zu schließen. Dauernd macht sich Sabine Gedanken über ihre zwei Leben, ironischerweise wirken ihre Taten alles andere als wohlüberlegt. Sie bricht sich in Leben Nr. 1 das Handgelenk und merkt in Leben Nr. 2, dass der Bruch nicht mitgewandelt ist. Durch einen dummen Zufall bekommt Sie in in Leben Nr. 2 einen Kratzer ab. Und auch hier sieht man in Leben Nr. 1 nicht die Wunde. Trotz dieser Erfahrung muss sich Sabine trotzdem ritzen - nur um ganz sicher zu gehen. Und einmal reicht nicht, dreimal müssen es dann schon sein...

„Aber ich wollte in dieser Welt momentan nichts durcheinanderbringen, deshalb küsste ich ihn auf die Lippen, bevor ich mich beiläufig aus seinem Griff löste.”
S. 104

Sabine fühlt sich einsam - obwohl Sie die Chance hat, zwei Leben zu leben. Doch diese nutzt Sie in meinen Augen gar nicht. Dafür hält Sie sich an merkwürdige Regeln und spielt eine Rolle, die Sie sich selbst auferlegt hat. Dazu gehört es in Leben Nr. 2 mit jemanden zusammen zu sein, bei dem Sie die Sekunden abzählt, in denen Sie sich Küssen. Da kommt Stimmung auf! Vor allem, weil ihr erstes Mal bevorsteht - wie romantisch!

Auf dieses Buch habe ich mich monatelang gefreut - wie sich herausgestellt hat umsonst!







Kommentare:

  1. dieses Buch klingt sehr eigenartig und kompliziert. das landet nicht auf meiner Wunschliste

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  2. Eine schöne Rezension:-) Ich finde deinen Blog toll und bin auch gleich mal Leserin geworden. Lieben Gruss Petra

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    1. Liebe Petra,

      das freut mich ungemein!

      Liebste Grüße,
      Kasia

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  3. Ohh das hab ich letztens erst gelesen und hat von mir 5 Sterne bekommen, wie unterschiedlich die Meinungen doch immer sind :)

    ich bleibe trotzdem als Leser hier ;)

    LG Nadine
    http://missi100.blogspot.de/

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