Samstag, 31. August 2013

Wer morgens lacht - Familienprobleme werden thematisiert

Wer morgens lacht

von Miriam Pressler

erschienen im Beltz & Gelberg Verlag














Ich muss sie loswerden, unbedingt. Ich halte es nicht länger aus, dass sie sich in mein Leben einmischt und mir die Luft zum Atmen nimmt. Ich muss sie loswerden, das ist meine einzige Chance, wieder nur ich zu sein oder endlich nur ich, so genau weiß ich das nicht, woher soll ich es auch wissen, es gab mich nie ohne sie, von Anfang an. Bis heute sitzt sie mir im Genick, und wenn es mir mal gelingt, sie ein paar Tage zu verdrängen, taucht sie in meinen Träumen auf. Sie ist im Hintergrund immer da.

So beginnt Annes Geschichte.

Geschichten sind keine Lügen, auch keine Ausreden, man braucht sie, um mit der Realität fertig zu werden, um sich eine andere, eigene Wirklichkeit aufzubauen.

Um ihre Kindheit zu verarbeiten, fängt Anna an ihre Geschichte niederzuschreiben. Doch das Ganze bleibt nicht ohne Folgen. Kann Sie sich wirklich den Dämonen ihrer Vergangenheit stellen?


Es ist eine tragische Geschichte, erzählt aus Annes Sicht. Eine Geschichte über ein Mädchen das im Schatten ihrer größeren Schwester steht, aufgezogen von der Oma, da die Mutter keine Zeit für die Geschwister hatte und der Vater zu sehr mit sich selbst beschäftigt war.

Trotz Miriam Pressler's verschlungenen Schachtelsätzen gewinnt die Geschichte immer mehr an Tempo. Stück für Stück offenbart man dem Leser Annas Vergangenheit und erhält so einen tiefen und oftmals erschreckenden Einblick in die Psyche des Mädchens.

Kurz vor Ende der Geschichte verliert die Geschichte an Schwung, wird abrupt ruhiger. Ganz so, als hätte die Autorin keine Zeit mehr gehabt, die Geschichte genauer auszuführen.

Und das Gefühlt mache ich nicht vom offenen Ende abhängig. Es bleiben einfach viele angestaute Fragen offen, die man sich selbst als Leser nicht alle beantworten kann, sondern ein gewisses Hintergrundwissen benötigt. Da sich dieses Buch an Jugendliche richtet, finde ich es zu komplex, um seine ganzen Tragweite in einem gewissen Alter zu erfassen. Und es gab eine sehr anstößige Stelle, die zwar zu Annes Charakter passt, so allerdings für Jugendliche nicht stehen gelassen werden kann.

Das offene Ende ist gut gewählt und passt zu Annes Geschichte. Es bleibt jedem selbst überlassen, wie es mit Annes Zukunft weitergehen kann und regt zum Nachdenken an.

Lange habe ich bezüglich der Bewertung mit mir gehadert. Wegen der genannten Kritikpunkte erhält das Buch 3 von 5 Kunos von mir.



Wenn ihr das Buch schon gelesen habt, würde ich mich über eure Meinung zum Inhalt freuen. Gerne auch mit Rezensionslink!

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