Montag, 20. Mai 2013

Der Mann, der den Regen träumt - Mystisches Kennenlernen...

Der Mann, der den Regen träumt

Ali Shaw

erschienen im Script5 Verlag 

Leseprobe

   




Ich kann dir nicht Versprechen, dass du es verstehen wirst. Ich glaube nicht, dass es viele Leute gibt, die das können. Ich werde mir Mühe geben. 
S. 93 

Gleich am schönen, verschnörkelten Cover habe ich das neue Buch von Ali Shaw erkannt, das wieder im Sript5 Verlag erschienen ist. Was mir auch sehr gut gefällt, ist das weiße Lesebändchen! Ich finde, dass sollte häufiger bei Büchern dabei sein! 

Und bei den ersten, wortmalersischen Sätzen schmelze ich in die Atmosphäre ein. Auf den ersten Seiten lernen wir die 29 jährige Elsa Beletti kennen. Sie sitzt im Flugzeug und fängt an, mit ihren Gedanken abzuschweifen. Sie denkt an die Vergangenheit. Zeigt uns Rückblicke aus ihrer Kindheit. Ihre Mutter wirft ihren Vater vor die Tür an einem verregneten Nachmittag und er steht im niederpassenden Regen wie ein „obdachloser Hund“. Und im Frühling verlässt er sie ein zweites Mal, diesmal auf eine endgültigere Art. Seit dem ist Elsa überzeugt davon, dass das Leben sich einen Spaß daraus macht, ihr Dinge zu entreißen. Entlang der Zeilen merkt man Elsa eine unbändige Wut an. Wut auf die triviale, beengende Welt. Und auch eine stille, jedoch heiße Wut. Sie möchte Frei sein, „ihr gesamtes früheres Leben hinter sich lassen“. 

Nach dem Tod ihres Vaters entzieht sich Elsa dem gewohnten Alltag und flüchtet regelrecht in das kleine Städtchen Thunderstown. Einer Stadt voller Legenden. Hier hofft Elsa Beletti halt zu finden. In einer Welt die ihr haltlos erscheint. Hier hofft Sie zu sich selbst zu finden und dabei wiederfährt ihr unverhofftes. 

Ich liebe Regen und in „Der letzte Regen“ von Antonia Michaelis wurde dieses schöne Naturwunder eindrucksvoll in die Stimmung der Geschichte miteingebaut. Auch hier ist dem Wetter eine große, bedeutende Rolle zugeordnet. 

Zum Inhalt des Buches muss ich leider sagen, dass es mich erst kurz vor Ende (aus Seite 250 von 333) geschafft hat zu fesseln. Trotz bezaubernden Vergleichen (sein Pullover erinnert an bunten Obstsalat; Sie waren sich so nah wie die Seiten eines geschlossenen Buches) und einfallsreicher Grundidee blieb mir Elsa schrecklich distanziert. Teilweise hab ich nur den Kopf über Sie schütteln können, so unsympathisch war Sie mir. 

Dagegen durchleben alle Figuren eine Weiterentwicklung, der ich mit Spannung gefolgt bin. 


Alles in allem ein solides Buch, was man schnell gelesen hat, daher vergebe ich 3 Kunos


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